Paul Watzlawick wäre heute 100 Jahre geworden

#DerKommunikator

Paul Watzlawick wurde am 25. Juli 1921 in Villach geboren. Er gilt heute als einer der bedeutetsten Kommunikationswissenschaftler der Welt. Auf viele seiner Erkenntnisse beruhen auch meine Lehren und Vorträge in meinen Kommunikations-Workshops.

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“ – Sicher der Klassiker, den jede und jeder von uns schon einmal gehört hat. Und auch danach lebt, denn bewusst ist es uns allen, dass wir auch, wenn wir nichts direktes sagen, eine Aussagen von uns geben…

Meine Lieblingsthese von Paul Watzlawick ist ja eine andere – welche, dass müsst ihr schon in einem gemeinsamen Workshop herausfinden….

Danke für deine Erkenntnisse, ich arbeite viel und gut damit!

Weitere Infos zu Paul Watzlawick von der Seite: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Paul_Watzlawick

Paul Watzlawick, * 25. Juli 1921 Villach, † 31. März 2007 Palo Alto (USA), Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut.

Paul Watzlawick wurde als zweites Kind von Paul Watzlawick (sen.) und dessen Frau Emy (geborene Cesari) in Villach geboren, wo sein Vater Prokurist der Filiale der Centralbank der deutschen Sparkassen war. 1923 übersiedelte die Familie nach Wien, 1928 wieder zurück nach Kärnten. 1938 maturierte Paul Watzlawick in Villach mit Auszeichnung.

Im selben Jahr zog er erstmals den Unmut der nationalsozialistischen Machthaber auf sich, als er gemeinsam mit Schulkollegen NS-Plakate mit Scherzparolen überklebte. Unmittelbar nach der Matura wurde Watzlawick zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und nach Kriegsbeginn zur Wehrmacht überstellt. Als Dolmetsch für Englisch übersetzte er zum „Nachteil der Deutschen“ unvollständig. Der regimekritische Briefwechsel mit seiner Mutter, der über mehrere Monate lang zensuriert worden war, brachte ihn 1944 vorübergehend in Untersuchungshaft. Einer Verurteilung wegen „Staatsfeindlicher Betätigung“ konnte er nur wegen des Kriegsendes entkommen.

Danach studierte er an der Università Ca‘ Foscari in Venedig Philosophie und Philologie. Nebenbei arbeitete er als Dolmetscher.

1949 promovierte er im Fach Philosophie mit einer Arbeit über den russischen Philosophen Wladimir Sergejewitsch Solowjow. Am Carl-Gustav-Jung-Institut in Zürich absolvierte er anschließend, von 1950 bis 1954, eine Ausbildung zum Psychotherapeuten und Analytiker. Während einer ausgedehnten Reise nach Indien 1954/1955 setzte sich Watzlawick zudem mit der östlichen Philosophie auseinander und hielt Vorträge über Psychoanalytik. Nach kurzer Tätigkeit am Goethe-Institut in München übernahm er 1957 einen Lehrstuhl für Psychotherapie an der Universität in San Salvador. Schwerpunkte seiner dortigen Forschungsarbeit waren Kommunikationsprozesse und die Systemische Familientherapie.

1959 ging er in die USA, zunächst an das Institute for Direct Analyses in Philadelphia, bevor er 1960 an das Mental Research Institut in Palo Alto/Kalifornien berufen wurde, an dem er seitdem als Forschungsbeauftragter und Psychotherapeut tätig war. Ab 1976 lehrte er außerdem als Professor, später auch als Emeritus an der Stanford University und nahm darüber hinaus zahlreiche Lehraufträge in Europa wahr. Daneben war er weiterhin als Psychotherapeut und Berater für Unternehmen tätig.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit setzte sich Watzlawick vor allem mit der menschlichen Kommunikation auseinander. Berühmt wurde sein Satz: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Als Vertreter des an der Wiener Schule orientierten „radikalen Konstruktivismus“ nahm Watzlawick eine wissenschaftstheoretische Position ein, die menschliches Wissen um die „Wirklichkeit“ mehr oder weniger in Frage stellt. Für ihn war „die sogenannte Wirklichkeit das Ergebnis von Kommunikation“ („Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“, 1976).

Internationale Popularität erlangte Watzlawick durch seine publizistische Tätigkeit. Neben zahlreichen Fachartikeln schrieb er 18 Bücher, die in 85 Sprachen übersetzt wurden. Mit viel Witz, Sachkenntnis und anschaulichen Fallbeispielen erreichte er ein Millionenpublikum. Manche Fachbegriffe, die Watzlawick in den Diskurs eingebracht hat, gehören heute zum allgemeinen Wortschatz wie „feed-back“, „self-fulfilling prophecy“, „double bind“ oder „Beziehungsfalle“.

Als Mitautor publizierte Watzlawick 1967 mit dem Standardwerk „Menschliche Kommunikation“ eine Untersuchung über menschliche Kommunikation, ihre Formen, Störungen und Paradoxien. Seine „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1983) wurde ein Bestseller. 2012 war das Sachbuch (!) Vorlage für den gleichnamigen Spielfilm von Sherry Hormann. Von 1989 bis 1999 war Watzlawick wiederholt Vortragender bei den „Wiener Vorlesungen“.

Die Wiener Ärztekammer vergibt seit 2008 den Paul-Watzlawick-Ehrenring an „Persönlichkeiten, die sich für den Diskurs zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen sowie die Humanisierung der Welt einsetzen und auch dementsprechende Publikationen veröffentlicht haben“.

2016 wurde der Watzlawickweg nach dem Kommunikationwissenschaftler benannt.

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