Zusammentreffen mit Kathy Leichter

Einige Wochen nach den Tod von Franz Leichter traf ich seine Tochter, bei einem Wien Besuch in Hietzing.

Im „Käthe-Leichter-Hof“, der großen Wohnhausanlage der GPA-Wohnbauvereinigung, wurde gemeinsam mit Generaldirektor Michael GEHBAUER und dem SPÖ Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Gerhard Schmid das Projekt „ZUBER“ in Hietzing eröffnet. Dabei geht es um das Gedenken an die Namensgeberin der Anlage, Dr. Käthe LEICHTER, eine der großen Frauen in der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung, die durch das bestialische Nazi-Regime 1942 in der NS-Tötungsanstalt Bernburg (D) ermordet wurde. Ihrem Mann gelang gemeinsam mit den beiden Söhnen Henry und Franz die Flucht in die USA. Rechtsanwalt Henry Leichter starb 2010 und Bruder Franz Leichter, Senator von New York starb heuer im Juni. Seine Tochter Cathy Leichter ist nun nach Wien gekommen, um das Projekt zu eröffnen und das letzte Buch Ihres Vaters vorzustellen.

Wir haben auch darüber gesprochen, wie wir das gemeinsame Andenken an Franz Leichter erhalten können. Dazu wird unter anderem ein Parteischullehrgang nach Franz benannt.

Hier auch noch meine Presseaussendung zum Ableben von Franz Leichter: SPÖ-Bildung trauert um Franz Leichter

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid und Vorsitzender der Wiener SPÖ-Bildung Woller: „Verlieren wichtigen Wegbegleiter und inspirierenden Freund der SPÖ-Bildungsorganisation“

Wien (OTS/SK) – Die Sozialdemokratische Bildungsorganisation trauert um den Zeitzeugen und ehemaligen Senator des Staates New York Franz Leichter, der vor kurzem 92-jährig verstorben ist. Der Sohn der großen Sozialwissenschaftlerin und Pionierin der Frauenbewegung Käthe Leichter musste vor dem Nazi-Regime aus Wien flüchten und kam mit seinem Vater und Bruder in die USA, wo er es zu einem der angesehensten Senatoren des Staates New York brachte. „Mit Dr. Franz Leichter verliert die SPÖ-Bildung einen langjährigen Wegbegleiter und inspirierenden Freund, mit dem wir über viele Jahre in ebenso regem wie fruchtbarem Austausch standen. Franz Leichter war der österreichischen Sozialdemokratie stets eng verbunden. Er war ein großer Humanist, der trotz seines persönlichen Schicksals nie den Glauben an das Gute im Menschen verloren hat. Er hat bis zuletzt an die Kraft sozialdemokratischer Ideen geglaubt. Wir verlieren mit Franz Leichter einen großartigen Demokraten und Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, der ein beeindruckendes Lebenswerk hinterlässt“, betonten SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid und der Vorsitzende der Wiener SPÖ-Bildung, Erster Landtagspräsident Ernst Woller heute, Mittwoch, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Auch der Wiener SPÖ-Bildungssekretär und Direktor der Wiener Bildungsakademie Mag. Marcus Schober ist tief betroffen über den Tod von Franz Leichter: „Franz Leichter war seiner Zeit immer voraus. Egal ob es um Frauenpolitik, gleichgeschlechtliche Ehen oder Sozialpolitik in einer modernen Stadt ging, Ziel von Franz Leichters Politik war es stets, Ungerechtigkeiten mit Solidarität zu bekämpfen. Ich konnte viele Ideen und Mut aus unserer Freundschaft ziehen. Wir verlieren mit ihm einen mutigen, inspirierenden und vor allem herzlichen Politiker und Freund.“

Betroffen zeigt sich auch SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan: „Erst vor wenigen Monaten durfte ich Franz Leichter in New York besuchen. Neben einem sehr emotionalen Interview zu seinem Leben lag es ihm wie immer sehr am Herzen, sich mit uns über die aktuelle Situation in Österreich auszutauschen. Besonders die Erlebnisse und Verbundenheit mit seiner Mutter Käthe Leichter bleiben eine prägende Erinnerung für mich. Mein ganzes Mitgefühl und meine tiefe Anteilnahme gelten der Familie und den Freund*innen von Franz Leichter.“

Zusammentreffen mit Franz Leichter, Käthe Leichters Sohn in New York

Wieder einmal hatte ich die große Freude und Ehre Franz Leichter besuchen zu dürfen. Kennengelernt haben wir einander im Rahmen eines Abschlussprojektes eines Lehrgangs der Wiener Parteischule. Seit vielen Jahren tauschen wir uns in unregelmäßigen Abständen aus, besuchen einander gegenseitig. Auch heute durfte ich ihn im Kulturforum in New York treffen. Wir haben ein Video mit ihm aufgenommen und sind danach gemeinsam essen gegangen.

Franz ist für mich eine ständige Inspiration und mit Schlüssel in die Vergangenheit. Mit seinem Gesprächen gibt er mir auch heute noch Kraft und Linie.

Käthe Leichter war eine Ikone der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und die erste Österreicherin, die als Doktorin der Staatswissenschaften promoviert hat.  Nach dem Februar 1934 gehörte sie den illegalen Revolutionären Sozialist*innen an und war aktiv im Widerstand gegen den Austrofaschismus sowie dem aufkommenden Nationalsozialismus. Während Otto Leichter im Mai 1938 die Flucht aus Österreich gelang, wurde Käthe Leichter mit ihren Kindern daran gehindert. Als die Gestapo drohte, ihre Mutter als „Geisel“ zu nehmen, stellte sie sich der Polizei. Die Kinder konnten später zum Vater ins Ausland nachgebracht werden.

Nach 18 Monaten Haft wurde Käthe Leichter zu sieben Monaten Kerker verurteilt, danach aber nicht freigelassen, sondern ins Frauen-KZ Ravensbrück überstellt. Am 17. März 1942 wurde Käthe Leichter im Zuge der NS-Euthanasie „Aktion 14f13“ in der Psychiatrischen Anstalt Bernburg/Saale ermordet.

In ihrem letzten Brief an die Familie hieß es: „Um mich keine Sorgen! Ich bin gut beieinander und meine Gedanken sind stets in tiefster, unwandelbarer Liebe bei meinen lieben Buben…“

Franz Leichter wuchs gemeinsam mit seinem Bruder Heinz in New York auf. Leichter besuchte die öffentlichen Schulen in New York City und schloss 1952 das Swosmor College mit „magna cum laude“ ab. Er promovierte 1957 an der Harvard Law School, nachdem er in der US-Armee in Japan gedient hatte. Er war von 1969 bis 1974 Mitglied der New York State Assembly und von 1975 bis 1998 Mitglied des New York State Senats 1952.

Die Bildungsorganisationen der Wiener Sozialdemokratie stehen seit vielen Jahren in regen Austausch mit Franz Leichter und seiner Familie. Mehrmals besuchte Franz die Heimatstadt seiner Eltern und 2016 besuchte eine große Delegation aus Wien Franz in New York. Im Herbst 2022 spricht Astrid Rompolt, stellvertretende Vorsitzende der Wiener SPÖ-Bildung, Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin der Stadt Wien mit Franz Leichter im Österreichischen Kulturforum in New York über seine Mutter, seine Jugend sowie seine politische Karriere bei den Demokraten in New York. 

75 Jahre Wiener Parteischule

Die 1947 von Karl Czernetz gegründete Wiener Parteischule feiert heuer ihren 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass findet am 7. September eine Festveranstaltung in der Kulturgarage der Volkshochschule in der Seestadt Aspern statt.

Mit dem bereits laufenden 52. Lehrgang habe ich folgende Statistik: Ich selber haben den 27. Lehrgang der Wiener Parteischule absolviert, durfte danach im Wiener SPÖ-Bildungssekretariat den 28. Lehrgang der Wiener Parteischule mitorganisieren und wurde zum 29. Lehrgang der Leiter dieser wichtigsten Grundausbildung der Arbeiter*innen-Bewegung. Somit 26 Lehrgänge vor und 26 Lehrgänge mit Wolfgang Markytan….

Das Video zur Veranstaltung, wie immer von unserem Bernd Heger und seinem Team, findest du hier.

Die Bilder zur Veranstaltung, wie immer von unserem einzigartigen Markus Sibrawa, findet du hier.

Hier das Programm:

BEGRÜSSUNG
Landtagsabgeordneter Mag. Marcus Schober, Direktor der Wiener Bildungsakademie
Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Schmid, Vorsitzender der SPÖ Bundesbildungsorganisation

ES SPRECHEN
Nationalratspräsidentin Doris Bures
SPÖ-Bundesparteivorsitzende Dr.in Pamela Rendi-Wagner
Bürgermeister Dr. Michael Ludwig

LIVE-ZUSCHALTUNGEN
Landtagspräsident Ernst Woller aus Quebec, Vorsitzender der Wiener SPÖ-Bildung
Landtagsabgeordneter Dr. Georg Dornauer aus Sellrain, Vorsitzender der SPÖ Tirol
Abgeordneter Dennis Buchner aus Berlin, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses
Dr. Franz Leichter aus New York, ehemaliger New York State Senator

Moderation: Mag.a Sonja Kato

DIPLOMÜBERGABE, ERÖFFNUNG UND EHRUNG
Überreichung der Diplome an die Absolvent*innen des 47., 48. und 49. Lehrgangs
und Begrüßung des 50., 51. und 52. Lehrgangs der Wiener Parteischule
durch Parteischulleiter Bezirksrat Wolfgang Markytan, MA
Überreichung des Karl-Czernetz-Preises durch Bürgermeister Dr. Michael Ludwig

IM ANSCHLUSS
Fest mit Buffet, vielen freundschaftlichen Gesprächen und Musik von DJ Mauri Q