Deponie Rautenweg als Ausflugsziel!

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Das gibt es auch nur in Wien: wenn es heißt: machen wir einen Ausflug zur Mülldeponie….

Die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) kümmert sich in Wien um eine umweltgerechte Abfallbehandlung, die gesamte Kette von der Müllsammlung über die thermische Verwertung bis zur Deponierung der Verbrennungsrückstände liegt in kommunaler Hand. Die Deponie Rautenweg ist heute eine Hightech-Anlage und ein wesentliches Element der Entsorgungskette, in die die Stadt Wien viel Geld investiert hat, um sie ökologisch zu gestalten und auch ökonomisch zu nutzen. Durch den Betrieb der Deponie Rautenweg garantiert die Stadt Wien Entsorgungssicherheit auf höchstem Umweltniveau.

Flugansicht der Deponie Rautenweg

Das Areal der Deponie Rautenweg umfasst eine Fläche von etwa 60 Hektar und besteht seit den 1960er-Jahren. Die Deponie bildet seitdem das Rückgrat der Wiener Abfallwirtschaft. Mit über 23 Millionen Kubikmeter genehmigtem Schüttvolumen ist sie die größte Deponie Österreichs. Im Endausbau wird die Höhe der Deponie 75 Meter über Gelände betragen. In den letzten 55 Jahren wurden über zehn Millionen Kubikmeter an Abfällen abgelagert. Mit der derzeitigen Höhe ist der „Beag aus Mist“, die Deponie Rautenweg, die höchste Erhebung in der Donaustadt.

Nahaufnahme von Aschenschlacke auf der Deponie Rautenweg

Die Deponie dient heute lediglich der Ablagerung von aufbereiteten, geruchlosen Rückständen aus den Wiener Müllverbrennungsanlagen. Aus einer Tonne Restmüll entstehen bei der thermischen Behandlung circa 27 Prozent Verbrennungsrückstände, das heißt Schlacken und Aschen, welche zehn Prozent des Volumens von Restmüll aufweisen. Auch diese Abfälle müssen ordnungsgemäß entsorgt werden.

Vor Ort finden regelmäßige Kontrollen sowie ein ständiges Monitoring von Luft und Wasser statt.

Mitarbeiter der Deponie bei der Arbeit an einem Gasbrunnen

Die MA 48 setzt in allen Bereichen verstärkt auf umweltfreundliche Energieformen und produziert auch auf der Deponie Strom und Wärme aus Deponiegas und Sonne. Mit alternativen Energieformen werden jährlich rund 2.200 Tonnen CO2 eingespart – und somit aktiv zum Klimaschutz in der Millionenstadt beigetragen.

Neben modernsten Entsorgungsmethoden setzt die MA 48 auch auf Artenschutz. Die Deponie Rautenweg bietet aufgrund der steppenartigen Beschaffenheit für viele Pflanzen, Säugetiere, Vögel und Insekten einen einzigartigen Lebensraum. Die Deponie bietet ein wunderbares Rückzuggebebiet für viele Tierarten und eine einzigartige Vegetation. Manche Tierarten haben sich erst wegen des Deponiebetriebes angesiedelt, der ideale Lebensbedingungen liefert. So die Haubenlerche, ein Halbsteppenvogel, welche eine gemäß Wiener Naturschutzgesetz streng geschützte Art mit Lebensraumschutz im gesamten Stadtgebiet ist.

Seit Anfang der Neunzigerjahre ist die Deponie auch Lebensraum für Pinzgauer Ziegen. Zu Beginn stand die prinzipielle Überlegung im Raum, die immer größer werdenden Grünflächen auf der Deponie mittels „natürlichen Rasenmähern“ im Bewuchs niedrig zu halten. Auch wenn zu Beginn ein starker funktionaler Aspekt überwog, diente die Ansiedlung dem Artenschutz. Anfang der 1990er-Jahre gab es in ganz Österreich nur noch knapp 200 Exemplare der Pinzgauer Ziege. Dass seitdem auf der Deponie über 100 Kitze geboren wurden, verdeutlicht die Relevanz des Rautenwegs als Lebensraum für diese Tiere.

Die Deponie Rautenweg ist auch für Botaniker ein richtiges Eldorado: Bocksdorn, verschiedenste Disteln und Rosenarten, Rauken, Greiskraut, Königskerzen, Karde, Rittersporn sind nur wenige der zahlreichen Pflanzen, welche auf der Deponie zu finden sind. An besonders trockenen Stellen gibt es mit dem Zwerg-Schneckenklee eine Pflanze, die sogar auf der roten Liste bedrohter Pflanzen ist.

Die Deponie Rautenweg hat viele Geschichten zu erzählen. Diese reichen vom Umgang mit Müll im Wandel der Zeit über die beeindruckende Technik und Maschinen im Deponiebetrieb, über die Menschen bei der Arbeit, über die Pflanzen und Tierwelt bis hin zur Sicht der Anderen über die Deponie Rautenweg. Die Anderen sind Fachleute der Abfallwirtschaft, aber auch die Nachbarn der Deponie oder Prominente wie die Läuferin Andrea Mayr, Willi Resetarits oder der Liedermacher und Dichter Ernst Molden. Sie alle verbindet eine besondere Geschichte mit der Deponie. Ernst Molden ist mit seinem eigens für die Deponie Rautenweg kreierten Song „Beag aus Mist“ auch Namensgeber für das Deponiebuch.

Deponie Rautenweg als Ausflugsziel!

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Infos und Bilder: https://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/entsorgung/abfallbehandlungsanlagen/deponie.html